Aktuelles

Zum SPD-Vorschlag für den Abzug der Atombomben aus Deutschland

vom Forum Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche in Baden (FFE)

Leitungskreis: Dr. Dirk-M. Harmsen, Manfred Jeub, Johannes Maier, Jürgen Stude, Dr. Wilhelm Wille, Dietrich Zeilinger, Dr. Theodor Ziegler

(Karlsruhe, 05.05.2020) Das Forum Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche in Baden (FFE) begrüßt die Initiative des Parteivorsitzenden, des Fraktionsvorsitzenden sowie aus der Europaparlamentsfraktion der SPD zum Abzug der in Deutschland lagernden Atombomben der US-Armee. Entspricht dies doch dem fraktionsübergreifenden Bundestagsbeschluss von 2010 für den Atomwaffenabzug. Damit würde den einhelligen Forderungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), des Ökumenischen Rates der Kirchen und von Papst Franziskus Rechnung getragen, im Sinne des Beschlusses der Vereinten Nationen von 2017 auf eine Ächtung der Atomwaffen hinzuwirken. Die in Büchel/Eifel bereitgehaltenen US-amerikanischen Atombomben würden im Ernstfall von deutschen Jets über Russland abgeworfen. Eine Sicherheitsarchitektur, die eine Massenvernichtung ungekannten Ausmaßes auch nur als Option ins Kalkül zieht, ist weder mit den Menschenrechten und dem Grundgesetz noch mit den Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens vereinbar. Anstelle der von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer geplanten fünf Milliarden Euro teuren Anschaffung neuer Bombenflugzeuge gilt es, mit Russland über eine atomwaffenfreie Zone in Europa zu verhandeln. Deutschland, das sich völkerrechtlich zum Verzicht auf Atomwaffen verpflichtet hat, sollte die diesen Verzicht unterlaufende „atomare Teilhabe“ aufgeben und sich für eine partnerschaftliche, zivile Sicherheitsarchitektur inklusive des Aufbaus einer internationalen Polizei auf OSZE-Ebene engagieren.

Gesundheit geht vor!
Ostermarsch Bonn 2020 abgesagt!

Unsere Forderungen bleiben:

Kriege verhindern – Welt erhalten – Zukunft sichern!

Abrüsten jetzt!

Keine Waffenexporte! – Ja zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag und zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland! – Keine Mittelstreckenraketen in Europa! – Weltweites Verbot von Landminen! – Keine deutschen Militäreinsätze im Ausland! – Keine amerikanischen Auslands- und Drohneneinsätze von Deutschland aus! – Ramstein schließen!

Verantwortung übernehmen!

Statt für Aufrüstung, Militäreinsätze und Abwehr von Flüchtlingen setzen wir uns ein für die Beseitigung der Gründe für Kriege und Flucht. Dazu gehören insbesondere faire, an der Situation der Bevölkerung orientierte Handelsbeziehungen, die einen wirtschaftlichen Aufbau des jeweiligen Landes ermöglichen.

Flüchtende schützen!

Wir setzen uns ein für die Beendigung der katastrophalen Verhältnisse in den Flüchtlingslagern am Mittelmeer und für die Ermöglichung der direkten Übersiedlung von Flüchtlingen in aufnahmebereite Kommunen. Keine Kriminalisierung der Seenotrettung – stattdessen eine staatlich organisierte Rettung von Menschen.

Frieden organisieren!

Wir fordern eine enge Zusammenarbeit aller europäischer Staaten und die Stärkung internationaler Organisation unter Einbeziehung Russlands und von ständigen zwischenstaatlichen Abstimmungen! Wir fordern die Überwindung aller Militärbündnisse (inklusive der NATO) und stattdessen den Aufbau eines kollektiven Sicherheitssystems insbesondere in Europa.

Für eine gemeinsame Welt ohne Not, Umweltzerstörung
und Krieg!

Unterstützer des Bonner Ostermarsches

"Wir müssen die Krankheit des Krieges beenden!"

Angesichts der medizinischen Seuche hat UNO-Generalsekretär Guterres gefordert:

"Deshalb rufe ich heute zu einem sofortigen globalen Waffenstillstand in allen Teilen der Welt auf. Es ist an der Zeit, bewaffnete Konflikte zu beenden und sich gemeinsam auf den wahren Kampf unseres Lebens zu konzentrieren.

Den Kriegsparteien sage ich: Ziehen Sie sich aus den Feindseligkeiten zurück. Legen Sie Misstrauen und Feindseligkeit beiseite. Bringen Sie die Geschütze zum Schweigen; stoppen Sie die Artillerie; beenden Sie die Luftangriffe.

Das ist entscheidend: Hilfe bei der Schaffung von Korridoren für lebensrettende Hilfe. Um wertvolle Fenster für die Diplomatie zu öffnen. Hoffnung an Orte zu bringen, die zu den am stärksten von COVID-19 bedrohten gehören. Lassen wir uns von Koalitionen und Dialogen inspirieren, die sich langsam zwischen rivalisierenden Parteien bilden, um gemeinsame Ansätze gegen COVID-19 zu ermöglichen. Aber wir brauchen noch viel mehr.

Wir müssen die Krankheit des Krieges beenden und die Krankheit bekämpfen, die unsere Welt verwüstet. Es beginnt damit, dass wir die Kämpfe überall stoppen. Und zwar sofort. Das ist es, was unsere Menschheitsfamilie braucht, jetzt mehr denn je."

Der volle Wortlaut findet sich unter: https://unric.org/de/guterres-aufruf-zu-einem-globalen-waffenstillstand/

Hierzu ein gutes Buch zum Thema von Emil Flusser "Krieg als Krankheit" von 1932 als PDF, mit einem Vorwort von Albert Einstein

Zivile Sicherheit muss Priorität werden!

Coronakrise muss zum Umdenken führen: Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) fordert mehr Investitionen in den Gesundheitssektor statt in die Bundeswehr und warnt vor einer Militarisierung im Rahmen der Krise.

Die Coronakrise ist aktuell eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ ist angesichts der Entwicklungen besorgt: „Wir können diese Krise mit Solidarität und praktischer Hilfe zwischen den Menschen und über Landesgrenzen hinweg überstehen“, erklärt Michael Schulze von Glaßer, politischer Geschäftsführer des Friedensverbands. Er warnt zugleich: „Die Krise könnte mit generellen Gesetzesverschärfungen sowie einer weiteren Aufrüstung etwa im Bereich von Überwachung und der Polizei einhergehen und versucht werden die Maßnahmen über die Gesundheitskrise hinaus aufrechtzuerhalten.“ Der großflächige Einsatz der Bundeswehr sowohl um polizeiliche als auch medizinische Aufgaben zu übernehmen, scheint nur noch eine Frage der Zeit. „Das zeigt nicht, dass wir die Bundeswehr im Innern brauchen, sondern verdeutlicht vielmehr, dass es an zivilen Gesundheitseinrichtungen mangelt“, so Schulze von Glaßer. Seit vielen Jahren sei die Bundesregierung auf einem „vollkommen falschen sicherheitspolitischen Weg“, kritisiert der DFG-VK-Geschäftsführer: „Während Krankenhäuser geschlossen und Pflegekräfte unterbesetzt und unterbezahlt sind, hat das Militär immer mehr Geld.“ Für 2020 sind im Bundeshaushalt 45,1 Milliarden Euro für die Bundeswehr eingeplant, vor fünf Jahren – 2015 – waren es noch 33 Milliarden Euro: „Und der Gesundheitssektor ist nur ein Bereich, in dem die Sicherheit der Menschen hierzulande tatsächlich bedroht ist – auch zur Bekämpfung der Klimakatastrophe muss dringend mehr Geld eingesetzt werden, welches aus dem Wehretat genommen werden sollte“, schlägt Schulze von Glaßer vor.

In Zeiten der Coronakrise möchte die Organisation außerdem explizit an die Einhaltung der Menschenrechte erinnern. Katja Görgen, Bundessprecherin der DFG-VK mahnt: „Nationale Sicherheitsstandards sind wichtig. Dennoch dürfen wir Schutzsuchende nicht vergessen, die in ihrer derzeitigen Situation dem Virus schutzlos ausgeliefert sind. Das betrifft zum Beispiel die Lager auf Lesbos, wo über 20.000 Menschen auf einem Gelände wohnen, das für 3.000 Menschen konzipiert wurde.“ Die DFG-VK selbst hat ihr für das Wochenende geplantes vierteljährliches Bundesausschuss-Treffen abgesagt: „Wir wollen mit dafür sorgen, dass sich der Virus nicht noch weiter ausbreiten kann“, so Katja Görgen.

Monatstreffen bis auf weiteres ausgesetzt!

Damit sich das Corona-Virus nur langsamer ausbreitet, müssen leider auch unsere Monatstreffen bis auf weitere Mitteilung ausfallen (siehe auch unter "Monatliche Treffen").

"wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist"

Wo sich der Bonner Stadtrat und Oberbürgermeister Sridharan schwer tun, nimmt Papst Franziskus eindeutig Stellung.
Er erklärte am 24. November 2019 in Hiroshima:

... Aus tiefer Überzeugung möchte ich bekräftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr denn je ein Verbrechen ist, ... Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist, ... Wie können wir von Frieden sprechen, während wir an neuen, furchtbaren Kriegswaffen bauen? Wie können wir über Frieden sprechen, während wir bestimmte illegale Handlungen mit diskriminierenden und hasserfüllten Reden rechtfertigen? ...

Die Kirchengemeinde der Kreuzkirche Bonn sollte die Bundeswehrkonzerte nicht mehr zulassen!

Am Montag, den 02.12.2019 um 19:30 Uhr findet, wie jedes Jahr, in der evangelischen Kreuzkirche Bonn ein Adventskonzert der Bundeswehr statt. Veranstalter ist das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr e.V.. Auch wenn das Bundeswehrkonzert als Sozialprojekt daher kommt, ist es dennoch eine Werbeveranstaltung der Bundeswehr. Es ist unerträglich das in einer Kirche Soldatenkonzerte statt finden dürfen. Es gibt wie wir hier erkennen einige wenige Gemeinden die den Weg des Friedens und die Lehre der Nächstenliebe eigentümlich auslegen. Für die Mehrheit der Gemeinden sind Bundeswehrauftritte in der Kirche unvorstellbar. Viele Kirchengemeinden gehen mittlerweile den Weg als Kirche des gerechten Friedens. Nur die Tatsache, dass die Bundeswehr Teil der Gesellschaft ist, rechtfertigt nicht das sie in Kirchen auftreten dürfen, denn es kommt darauf an für was eine Institution steht. Die Bundeswehr steht eindeutig für Gewalt und führt Gewalt aus, also genau entgegen der Lehre Jesu.