Smedley Butler - Krieg ist ein Verbrechen (1935)

Generalmajor Smedley Butler

Inhalt:

Kapitel 1: Krieg ist ein Verbrechen
Kapitel 2: Wer erhält die Gewinne?
Kapitel 3: Wer zahlt die Rechnungen?
Kapitel 4: Wie man dieses Verbrechen zerstören kann!
Kapitel 5: Zur Hölle mit dem Krieg!

 

Smedley Darlington Butler

  • Geboren: West Chester, Pa., 30. Juli 1881
  • Bildung: Haverford School
  • Heirat mit Ethel C. Peters, in Philadelphia, 30. Juni 1905
  • Verleihung von zwei Ehrenmedaillen:
  • 1. Eroberung von Vera Cruz, Mexico, 1914
    2. Eroberung von Ft. Riviere, Haiti, 1917
  • Militär-Medaille, 1919
  • General-Major - United States Marine Corps
  • Ruhestand: 1. Oktober 1931
  • In Abwesenheit als Sicherheitsdirektor Philadelphia, 1932
  • Vorleser – 1930
  • Republican. Kandidat für den Senat 1932
  • Gestorben im Marine Hospital, Philadelphia, 21. Juni 1940
  • Weitere Informationen über Generalmajor Butler: US Marine Corps

Kapitel 1

Krieg ist ein Verbrechen

KRIEG ist ein Verbrechen. Es war immer so.

Er ist womöglich die älteste, gewinnbringendste und gemeinste Erfindung der Menschen. Er ist der einzige internationale Wirkungskreis. Er ist die einzige Einrichtung, in der die Gewinne in Dollars und die Verluste in Menschenverlusten berechnet werden.

Er ist ein Verbrechen und am besten beschrieben als etwas, was nicht ist, wie es von der Mehrheit der Menschen gesehen wird. Nur eine kleine „interne“ Gruppe weiß, was es bedeutet. Er wird ausgeführt zum Vorteil sehr weniger und zum Nachteil sehr vieler Menschen. Aus dem Krieg schöpfen sehr wenige Leute enormen Reichtum.

Im I. Weltkrieg hat nur eine Handvoll Menschen aus dem Konflikt Profit gezogen. Ca. 21.000 neue Millionäre und Multimillionäre entstanden während des Weltkrieges in den USA. So viele gaben auch zu, enorme Gewinne aus Steuerrückzahlungen gemacht zu haben. Wie viele weitere Millionäre ihre Steuerrückzahlungen illegal manipuliert haben, weiß niemand.

Wie viele dieser Kriegsmillionäre haben ein Gewehr getragen? Wie viele wussten was es heißt, in einem Ratten infizierten Schützengraben zu liegen und zu hungern? Wie viele von ihnen hatten furchtsame, schlaflose Nächte verbracht, Maschinengewehrkugeln ausweichend? Wie viele standen vor einem Bajonett des Feindes? Wie viele wurden verwundet oder getötet an der Front?

Als ein Resultat des Krieges gewinnen Nationen zusätzliches Territorium, wenn sie siegreich sind. Sie nehmen es sich einfach. Das neu eingenommene Territorium wird sofort ausgebeutet durch die wenigen, die auch die Dollars aus dem Blut des Krieges an sich genommen haben. Die Rechnung zahlt die Allgemeinheit.

Und was ist diese Rechnung?

Diese Rechnung zeigt eine grässliche Gesamtsumme: neu aufgerichtete Grabsteine, zerstörte Körper, viele Menschen mit zerrüttetem Verstand, mit zerbrochenem Herzen, zertrümmerten Wohnungen. Hinzu kommt die ökonomische Instabilität sowie Depressionen und all das Elend: schwere steuerliche Belastungen für Generationen über Generationen.

Seit vielen Jahren, als ich Soldat war, hatte ich den Verdacht, dass Krieg ein Verbrechen ist. Das wurde mir vollkommen klar, als ich ins Zivilleben zurückgekehrt war. Als ich jetzt die internationalen Kriegswolken aufkommen sah wie sie sind, musste ich ihnen ins Gesicht sehen und sie aussprechen.

Schon wieder wählten sie die Seiten. Frankreich und Russland trafen sich und nahmen sich vor, solidarisch zu werden. Italien und Österreich beeilten sich, ein ähnliches Abkommen zu treffen. Polen und Deutschland beäugten sich kritisch, ein einziges Mal ihren Streit über die polnische Grenze vergessend.

Die Ermordung König Alexanders von Jugoslawien verkomplizierte alles. Jugoslawien und Ungarn, lang verbitterte Feinde, waren fast einander an die Kehle geraten. Italien wollte einsteigen, aber Frankreich wartete noch, auch die Tschechoslowakei. Alle von denen sehen einem Krieg entgegen, jedoch nicht die Menschen, nicht diejenigen, die kämpfen und sterben, nur diejenigen, die Kriege schüren, aber selbst bequem und sicher zu Hause bleiben und die Profite erhalten.

Es sind 40.000.000 Männer in der heutigen Zeit bewaffnet, und unsere Staatsmänner und Diplomaten haben die Kühnheit zu behaupten, es wäre kein Krieg in Vorbereitung.

Um Gottes Willen! Werden diese 40.000.000 Männer zu Tänzern ausgebildet?

Sicherlich nicht in Italien. Premierminister Mussolini weiß, wofür die ausgebildet werden. Er wenigstens ist so ehrlich, die Wahrheit auszusprechen. Erst vor kurzem hat der Duce in der Publikation für internationalen Frieden „Internationale Versöhnung“ gesagt:

„… und vor allem Faschismus, je mehr man die Zukunft betrachtet und beobachtet und die Entwicklung der Menschheit - ganz abgesehen von den politischen Überlegungen zur Zeit – glaubt man nicht an die Möglichkeit eines ewigen Friedens. Allein, Krieg erreicht seine höchste Spannung durch Aufbringung menschlicher Energie und setzt den Stempel der Mobilität auf die Menschen, welche den Mut haben, dem entgegenzutreten.“

Sicherlich meint Mussolini genau, was er sagt. Seine gut ausgebildete Armee, seine große Flugzeugflotte und sogar seine Marine sind auf den Krieg vorbereitet. Seine letzte Position an der Seite Ungarns während der letzten Auseinandersetzung Ungarns mit Jugoslawien war offensichtlich. Offensichtlich war auch die Mobilmachung seiner Truppen an der österreichischen Grenze nach der Ermordung Dollfuss‘. Es sind auch andere in Europa, deren unruhige Vordeutungen erkenntlich sind - früher oder später.

Hitler mit seinen Aufrüstungen Deutschlands und seiner dauernden Nachfrage für immer mehr Aufrüstung ist eine gleiche, wenn nicht größere Gefahr des Friedens. Frankreich hat neulich seinen Militärdienst für seine Jugendlichen von einem Jahr auf achtzehn Monate erhöht.

Ja, überall schwelgen Nationen in ihren Aufrüstungen. Die wilden Herden von Europa sind losgelassen. Im Orient sind sie gewandter mit ihren Manövern. In 1904, als Russland gegen Japan kämpfte, haben wir den Russen den Rücken gekehrt und uns an die Seite der Japaner gestellt, denn unsere sehr großzügigen internationalen Banken haben die Japaner finanziell unterstützt. Jetzt ist es Trend, uns gegen die Japaner zu „vergiften“. Was bedeutet das „Offene-Tür“-Verhalten der Chinesen zu uns? Unser Handel mit China beläuft sich auf ca. $ 90.000.000 im Jahr. Oder die Philippinen? Wir haben $ 600.000.000 innerhalb von fünfunddreißig Jahren an die Philippinen ausgegeben, und wir (unsere Banken und Spekulanten) haben dort auch private Anlagen finanziert in Höhe von $ 200.000.000.

Um diesen Handel mit China über $ 90.000.000 zu retten und die privaten Anlagen auf den Philippinen über $ 200.000.000 zu schützen, werden wir alle uns gegen Japan stellen und zum Krieg aufrufen – einem Krieg, der uns das Zehnfache an Millionen Dollars, hunderttausende amerikanischer Leben und noch viel mehr als hunderttausende physisch und mental gestörter Menschen kostet.

Natürlich, für diesen Verlust werden kompensierende Profite und Vermögen entstehen, aber nur für wenige - wie Munitionshersteller, Banker, Schiffsbauer, Fabrikanten, Fleischhersteller, Spekulanten. Denen wird es gut gehen. Ja, sie bereiten sich auf den neuen Krieg vor. Warum auch nicht?! Es zahlt sich aus.

Aber welche Gewinne haben die Menschen, die getötet werden? Welche Gewinne haben deren Mütter und Geschwister? Welche Gewinne haben deren Kinder?

Gewinne hat niemand, außer derjenigen, die aufgrund des Krieges enorme Profite erhalten.

Ja, und was bedeutet das für die Nation?

Nehmen wir ein Beispiel: Bis 1898 hatten wir überhaupt kein Territorium außerhalb von Nord-Amerika. Damals betrugen unsere Nationalschulden etwas mehr als $ 1.000.000.000. Dann wurden wir „international denkend“. Wir vergaßen den Rat unserer Landesväter. Wir vergaßen George Washingtons Warnung vor „verwickelten Allianzen“. Wir haben am Krieg teilgenommen. Wir erwarben äußere Territorien. Am Ende des Weltkriegs haben sich, als das Ergebnis unserer Beteiligung an internationalen Beziehungen, unsere Nationalschulden auf $ 25.000.000.000 erhöht. Unsere Handelsbilanz während einer 25-Jahre-Periode betrug ca. $ 24.000.000.000. Folglich hatten wir – auf reiner Buchhaltungs-Basis – Jahr für Jahr etwas Verlust, und dieser Auslandshandel wäre ohne die Kriege wahrscheinlich der unsrige.

Für die Durchschnitts-Amerikaner, welche die Rechnungen bezahlen, wäre es billiger und sicherer gewesen, sich von Auslandsverwicklungen fernzuhalten. Für einige sehr wenige dieser Verbrecher, wie Schmuggler und andere Unterwelt-Verbrecher, bringt es Fantasie-Profite, doch die Kosten der Operationen tragen ausschließlich die Leute – welche nicht davon profitieren.

 

Kapitel 2

Wer erhält die Gewinne?

Der Weltkrieg, oder unsere kurze Teilnahme daran, hat die USA etwa $ 52.000.000.000 gekostet. Zählt man nach, so heißt das: $ 400 für jeden amerikanischen Mann, jede Frau und jedes Kind. Wir haben die Schulden noch nicht bezahlt. Wir bezahlen noch, unsere Kinder werden bezahlen und unsere Kindeskinder werden für diesen Krieg bezahlen müssen.

Die normalen Gewinne einer Firma in den USA belaufen sich auf sechs, acht und manchmal zwölf Prozent. Aber Kriegszeit-Gewinne – ah, das ist etwas anderes – sind zwanzig, sechzig, einhundert, dreihundert und sogar achtzehnhundert Prozent hoch – Ende offen. Uncle Sam hat das Geld! Nur ran!

Natürlich wird es in Kriegszeiten nicht so drastisch dargestellt. Es schmückt sich in Reden über Patriotismus, Heimatliebe und „wir müssen uns dafür anstrengen“. Aber die Gewinne steigen und steigen zum Himmel und werden dann sicher eingesteckt. Hier einige Beispiele:

Nehmen wir unsere Freunde die du Ponts, die „PULVER“-Leute, haben sie nicht vor einem Senats-Komitee erklärt, dass deren Pulver den Krieg gewonnen hat? Oder die Welt für die Demokratie gerettet? Oder was?

Wie ist es ihnen im Krieg ergangen? Sie waren eine patriotische Gemeinschaft. Die Durchschnittsverdienste der du Ponts für die Zeit von 1910 bis 1914 betrugen $ 6.000.000 pro Jahr. Es war nicht viel. Aber den du Ponts ist es dabei gut gegangen. Deren durchschnittlichen Gewinne in den Kriegsjahren 1914 – 1918 beliefen sich auf rd. $ 58.000.000 pro Jahr. Das war fast zehnmal so viel wie in normalen Zeiten, ein Zugewinn von 950 Prozent.

Nehmen wir zum Beispiel eine unserer kleinen Stahl-Companien, die aus patriotischen Gründen die Fabrikation von Schienen und Brücken beiseite ließen, um Kriegsmaterial herzustellen. Zwischen 1910 und 1914 haben sie durchschnittlich $ 6.000.000 pro Jahr verdient. Dann kam der Krieg, und – wie treue Zivilisten hat sich Bethlehem-Steel der Produktion von Kriegsmunition zugewandt. Sind die Gewinne gestiegen oder hat Uncle Sam einen Schnaps bekommen? Ja, die Verdienste stiegen auf durchschnittlich $ 49.000.000 pro Jahr.

Oder, zum Beispiel United States Steel: Vor dem Krieg hatten sie einen Verdienst von $ 105.000.000 pro Jahr innerhalb einer Fünfjahresperiode. Nicht schlecht. Dann kam der Krieg, und die Gewinne sind auf $ 240.000.000 pro Jahr gestiegen. Nicht schlecht.

Da haben Sie einige der Stahl- und Pulver-Gewinne. Lasst uns etwas anderes anschauen. Kupfer vielleicht. Das kommt in Kriegszeiten immer gut an.

Anaconda zum Beispiel: durchschnittliches Jahreseinkommen in Vorkriegszeiten von $ 10.000.000. Während des Krieges 1914 – 1918 sind die Gewinne auf $ 34.000.000 gestiegen.

Oder Utah Copper: durchschnittlich $ 5.000.000 pro Jahr, in Kriegszeiten gestiegen auf $ 21.000.000.

Lasst uns diese 5er-Gruppe mit drei kleineren Gesellschaften vergleichen. Der durchschnittliche jährliche Gewinn betrug in Vorkriegszeiten, zwischen 1910-1914, $ 137.480.000. Dann kam der Krieg. Der durchschnittliche jährliche Profit dieser Gruppe stieg sprunghaft auf $ 408.300.000.

Eine kleine Zunahme an Gewinn von ca. 200 Prozent.

Zahlt sich der Krieg aus? Für diese Unternehmen hat er sich ausgezahlt, aber sie sind nicht die einzigen. Es gibt auch andere. Lasst uns Leder anschauen.

Für die Dreijahresperiode vor dem Krieg betrugen die Totalgewinne der Central Leather Company $ 3.500.000. Das waren ca. $ 1.167.000 pro Jahr. In 1916 hatte Central Leather einen Profit von $ 15.000.000, eine „kleine“ Erhöhung von 1.100 Prozent. Das ist alles.

Die General Chemical Company hatte im Durchschnitt während der drei Jahre vor dem Krieg etwas mehr als $ 800.000 Jahresgewinn. Nach Kriegsbeginn erhöhten sich die Gewinne auf $ 12.000.000, ein Sprung von 1.400 Prozent.

Die Internationale Nickel Company – man kann keinen Krieg führen ohne Nickel – zeigte ein Wachstum von einem Durchschnitt von über $ 4.000.000 auf $ 73.000.000 pro Jahr. Nicht schlecht!? Eine Steigerung von mehr als 1.700 Prozent.

American Sugar Refining Company hatte in den drei Jahren vor dem Krieg einen jährlichen Durchschnittsgewinn von $ 2.000.000, und für 1916 konnte ein Profit von $ 6.000.000 dokumentiert werden.

Beachtenswert ist das Senatsdokument 259, der 65. Kongress über die vereinten Verdienste und Staatseinkommen. Wenn man die Gewinne von 122 Fleischherstellern, 153 Baumwollfabrikanten, 299 Textilherstellern, 49 Stahlherstellern und 340 Kohle-Produzenten während des Krieges betrachtet, sieht man, dass Gewinne unter 25 Prozent ungewöhnlich waren. Zum Beispiel haben sich die Gewinne der Kohlen-Companien um 100 Prozent und ihr Kapitalstock hat sich um 7,856 Prozent während des Krieges erhöht. Die Chicago Packers verdoppelten und verdreifachten ihre Verdienste.

Vergessen wir auch nicht die Banker, die den Großen Krieg finanzierten. Wenn es Hauptgewinner gab, waren sie es. Da sie Partnerschaften anstatt vereinte Organisationen bevorzugten, brauchten sie die Gewinne nicht offenzulegen. Die Gewinne waren streng geheim und enorm hoch. Wie die Banker zu den Millionen und Milliarden kamen, weiß ich nicht. Diese streng geheim gehaltenen Gewinne wurden nicht einmal vor dem Senatsuntersuchungsausschuss offen gelegt.

Aber hier ist es wie bei den anderen patriotischen Industriellen und Spekulanten, die sich ihren Weg in die Kriegsgewinne gemeißelt haben.

Nehmen wir einmal die Schuhhersteller: Sie mögen den Krieg. Er bringt Geschäfte und außergewöhnliche Gewinne. Sie haben das größte Vermögen mit Überseeverkäufen an die Alliierten gemacht, vielleicht genauso wie die Munitionsfabrikanten und Kriegsrüstungshersteller. Die haben auch an die Feinde verkauft. Ein Dollar ist ein Dollar, ob er von Deutschland oder von Frankreich kommt. Aber sie haben sich auch mit Uncle Sam gut getan. Sie haben Uncle Sam 35.000.000 Paar Armeeschuhe verkauft für 4.000.000 Soldaten. Das waren 8 Paar und mehr für einen Soldaten. Vielleicht existieren einige von diesen Schuhen noch. Sie waren von guter Qualität. Als der Krieg vorbei war, waren 25.000.000 Paar Schuhe übrig – gekauft und bezahlt, Gewinne dokumentiert und eingesteckt.

Es war immer noch sehr viel Leder übrig. Also hat die Lederwarenindustrie an Uncle Sam verkauft, hunderttausende von McClellan Sättel für die Kavallerie. Doch es war keine amerikanische Kavallerie in Übersee. Man musste dieses Leder loswerden. Jemand musste einen Gewinn erzielen. Also hatten wir sehr viele McClellan-Sättel, und die sind sicher noch da.

Es hatte jemand auch sehr viele Moskitonetze. 20.000.000 Netze hatte dieser Jemand an Uncle Sam verkauft für Soldaten in Übersee zum Gebrauch. Ich denke, die Jungen sollten sie über sich halten beim Versuch in den dreckigen Schützengräben zu schlafen, mit einer Hand kratzend und mit der anderen nach rennenden Ratten schlagend. Na ja, nicht ein einziges Moskitonetz ist in Frankreich angekommen.

Diese aufmerksamen Hersteller wollten sicher sein, dass kein Soldat ohne ein Moskitonetz bleibt. Also wurden 40.000.000 yards (1 yard etwa 1 Meter) Moskitostoff an Uncle Sam verkauft.

Es waren damals gute Gewinne mit Moskitonetzen zu erzielen, auch wenn es keine Moskitos in Frankreich gab. Ich denke, wenn der Krieg noch etwas länger gedauert hätte, die geschäftstüchtigen Moskitonetz-Fabrikanten hätten an Uncle Sam einige Kontingente Moskitos verkauft, um diese nach Frankreich zu senden.

Flugzeug- und Lokomotiven-Hersteller meinten auch, an diesem Krieg einen Profit erzielen zu können. Warum auch nicht? Jeder machte seinen Profit. $ 1.000.000.000 – zählen Sie einmal nach, wenn Sie lange genug leben - hat Uncle Sam für Flugzeugbau und Motoren ausgegeben, welche die Erde nicht verlassen haben. Nicht ein einziges Flugzeug oder ein Motor – von den Billionen Dollar-Bestellungen – ist je nach Frankreich gekommen. Die gleichen Hersteller haben ihren kleinen Profit von 30, 100, oder vielleicht auch 300 Prozent.

Unterhemden für Soldaten herzustellen kostete 14 Cent pro Stück, und Uncle Sam zahlte 30 oder 40 Cent pro Stück, ein schöner kleiner Profit für den Hersteller. Auch Strumpf-, Uniformen-, Mützen- und Stahlhelmhersteller hatten ihre Gewinne.

Als der Krieg vorbei war, hatten etwa 4.000.000 Satz Ausstattungen, Rucksäcke incl. Inhalt, die Läger in den USA gefüllt. Jetzt werden sie vernichtet, weil die Inhalte nicht mehr den neuen Vorschriften entsprechen. Doch die Hersteller kassieren ihre Gewinne daran, und das werden sie auch in Zukunft tun.

Es kursierten sehr viele brillante Ideen, um Gewinne zu erzielen während des Krieges.

Ein sehr vielseitiger Patriot hat 12 Dutzend, 48-inch-Schraubenschlüssel an Uncle Sam verkauft. Oh, es waren sehr schöne Schraubenschlüssel. Doch ein Problem gab es: Nur eine einzige Mutter war groß genug für diesen Schraubenschlüssel, und das war die, welche die Turbinen in den Niagara Fällen hält. Nachdem Uncle Sam sie gekauft hatte und die Hersteller ihren Profit kassiert hatten, waren die Schraubenschlüssel auf Frachtwagen unterwegs durch die USA, um nur einen Zweck zu erfüllen. Nachdem der Waffenstillstand unterschrieben war, geriet der Schraubenschlüsselhersteller in eine traurige Lage. Er hatte gerade mit der Herstellung der Muttern für diese Schraubenschlüssel begonnen, die er dann auch an Uncle Sam verkaufen wollte.

Jemand anderes hatte die Idee, dass Oberste nicht mehr mit Autos fahren und auch nicht auf dem Pferd reiten sollten. Man hatte sich wahrscheinlich ein Bild gemacht von Andy Jackson, in einem einfachen Wagen fahrend. Ja, es sind an die 6.000 einfache Wagen an Uncle Sam verkauft worden zum Nutzen der Obersten. Nicht ein einziger wurde gebraucht. Aber der Hersteller hat seinen Kriegsprofit bekommen.

Die Schiffbauer meinten auch, ins Geschäft zu kommen. Sie bauten viele Schiffe und hatten damit viel Gewinn. Im Wert von mehr als $ 3.000.000.000. Manche der Schiffe waren in Ordnung. Aber viele, im Wert von $ 635.000.000, waren nur aus Holz gebaut und schwammen nicht. Die Fugen brachen auseinander, und die Schiffe sanken. Wir zahlten trotzdem dafür. Aber jemand hat sich die Gewinne eingesteckt.

Es wurde von Statikern, Ökonomen und Forschern ausgerechnet, dass der Krieg Uncle Sam $ 52.000.000.000 gekostet hat. Aus dieser Summe wurden $ 39.000.000.000 für den Krieg verwendet. Diese Ausgaben erzeugten $ 16.000.000.000 Gewinn. So sind 21.000 Milliardäre und Millionäre daraus entstanden. An diese $ 16.000.000.000 Profit kommt man nicht vorbei. Eine ordentliche Summe, die nur auf sehr wenige entfiel.

Die Untersuchungen der Munitionsindustrie und ihres Kriegsprofits durch den Senat (NYE) bedeuteten - trotz sensationeller Enthüllungen – nur ein Kratzen an der Oberfläche.

Trotzdem hat es etwas Wirkung gezeigt. Der Staat hat seit einiger Zeit Methoden studiert, Kriege zu vermeiden. Das Kriegsministerium hat plötzlich entschieden, einen wunderbaren Plan vorzulegen. Die Verwaltungsbehörde nennt ein Komitee mit Kriegs- und Marineabteilungen, repräsentiert unter dem Vorstand eines Wall-Street-Spekulanten, um die Gewinne in Kriegszeiten zu mindern. In welcher Höhe, ist nicht vorgeschlagen worden. Es sollte möglich sein, die Gewinne von 300, 600 und 1.600 Prozent derjenigen, welche im Weltkrieg Blut zu Gold verwandelt haben, auf eine kleine Summe zu begrenzen.

Es scheint allerdings, der Plan erwirkt nicht eine Verminderung der Verluste, d. h. Verluste der Menschen und Verluste an Menschen, die im Krieg kämpfen. Soweit ich sehe, gibt es nichts in diesem Plan um auszuschließen, dass ein Soldat einen größeren Verlust als den von einem Auge oder einem Arm erleidet oder mehr Wunden als zwei oder drei davon trägt oder den Verlust seines Lebens befürchten muss.

Es gibt auch anscheinend nichts in diesem Plan, das vorgibt, nicht mehr als 12 Prozent eines Regiments sollten im Kampf verwundet werden, oder nicht mehr als 7 Prozent einer Division sollten getötet werden.

Natürlich kann sich das Komitee nicht mit solchen Bagatellen beschäftigen.

  

Kapitel 3

Wer zahlt die Rechnungen?

Wer stellt die Gewinne zur Verfügung, diese netten kleinen Gewinne über 20, 100, 300, 1.500 und 1.800 Prozent? Wir alle bezahlen mit Steuern. Wir haben die Gewinne der Banker bezahlt, als wir Liberty-(Kriegs-)Anleihen zum Wert von $ 100 kauften und sie zum Wert von $ 84 oder $ 86 an die Banker zurück verkauften. Diese Banker erhielten $ 100 Plus. Es war eine einfache Manipulation. Die Banker haben die Sicherheitsmärkte unter Kontrolle. Es war für sie einfach, die Preise der Anleihen herunter zu drücken. Dann haben alle von uns – die Leute - Angst bekommen und die Anleihen für $ 84 oder $ 86 verkauft. Die Banker kauften sie auf, stimulierten dann einen Boom, und die Staatlichen Anleihen erreichten wieder den Ursprungswert (Pari) und höhere Werte. Die Banken nahmen ihre Gewinne mit.

Aber den größten Teil der Rechnung zahlt der Soldat.

Wenn Sie das nicht glauben, dann besuchen Sie die amerikanischen Friedhöfe auf den Kampfgebieten im Ausland, oder besuchen Sie irgendeines der Veteranen-Krankenhäuser in den USA. Auf einer meiner Reisen durchs Land, welche ich zur Zeit - während ich schreibe – durchführe, besuchte ich achtzehn Staatskrankenhäuser für Altgediente. Dort sind ca. 50.000 zerstörte Männer -, Männer, die vor achtzehn Jahren die besten der Nation waren. Der sehr tüchtige Chefchirurg des Staatskrankenhauses in Milwaukee, wo 3.800 lebendig Tote untergebracht sind, sagte mir, dass Todesfälle unter Veteranen dreimal so hoch seien als diejenigen, die zu Hause geblieben sind.

Junge Männer mit einer normalen Lebensansicht wurden von den Feldern, aus den Büros, aus Fabriken und Schulklassen zum Militär geholt. Sie wurden umgeformt, zurechtgebogen und angehalten, Mord als ganz normal zu sehen. Sie wurden Schulter an Schulter eingereiht und durch Massenpsychologie total umgepolt. Wir benutzten sie einige Jahre und trainierten sie, zu töten. Wir gaben ihnen das Gefühl, selbst getötet zu werden sei nichts Besonderes.

Dann, plötzlich, haben wir sie entlassen und ihnen gesagt, sie sollen wieder ganz normal werden - wie früher. Nur – dann waren sie ganz auf sich allein gestellt, ohne irgendwelche psychologische Unterstützung – von Offizieren – und ohne Nationalpropaganda. Wir brauchten sie nicht mehr. Also haben wir sie verstreut ohne „Drei-Minuten“ oder „Freiheitsausgleich“, ohne Reden oder Paraden. Viele, viel zu viele von diesen jungen Männern sind endgültig geistig verstört, weil sie diese „Umwandlung“ nicht allein bewältigen konnten.

Im Regierungskrankenhaus in Marion, Indiana, sind 1.800 dieser jungen Männer in Verschlägen, 500 von ihnen in Barracken mit Stahlgittern und Drähten, die um das ganze Gebäude und auf Vorhallen montiert sind. Diese jungen Männer sind geistig verstört. Sie sehen nicht einmal wie Menschen aus. Oh – es sind ihre Gesichtsausdrücke. Physisch sind sie in guter Verfassung, geistig sind sie weg.

Es gibt tausende und tausende solcher Fälle und immer mehr kommen dazu. Die enorme Aufregung des Krieges und das plötzliche Abschneiden dieser Aufregung, das war für die jungen Männer einfach zu viel.

Das ist ein Teil der Rechnung. Soviel für die Toten, die haben ihren Teil des Kriegsprofits bezahlt. Soviel für die geistig und physisch Verletzten. Sie zahlen jetzt ihren Teil des Kriegsprofits. Aber auch andere haben bezahlt: Sie haben mit gebrochenem Herzen bezahlt, als sie sich von ihren Familien losreißen mussten, um die Uniform des Uncle Sam anzuziehen, - auf welche schon ein Profit erzielt worden war. Sie haben auch einen anderen Teil bezahlt, als sie sich in Trainingscamps aufhielten, während andere ihre Stellen in den Gemeinschaften annehmen mussten. Sie zahlten auch in den Schützengräben, wo sie schießen mussten und selbst erschossen wurden, und wo sie Hunger litten - tagelang, wo sie im Schlamm schlafen mussten, in Kälte und Regen und das Stöhnen und Schreien der Sterbenden hören mussten, als ein hässliches Wiegenlied.

Bitte vergesst nicht: Auch der Soldat zahlte seinen Teil der Rechnung auf Dollar und Cent.

Bis einschließlich des Spanisch-Amerikanischen Krieges hatten wir ein Preissystem, nach dem Soldaten und Seemänner Zahlungen erhielten, ehe sie in den Dienst eingezogen wurden. Die Regierung oder die Staaten zahlten bis zu $ 1.200 jedem Rekruten. Im Spanisch-Amerikanischen Krieg zahlten sie ein Preisgeld. Wenn wir irgendwelche Schiffe eingenommen haben, bekamen die Soldaten ihren Teil, wenigstens sollte es so sein. Dann aber wurde erkannt, dass wir die Kriegskosten sparen konnten, indem wir alle Preisgelder annehmen und behalten, aber dann die Soldaten ausmustern würden. Die Soldaten konnten nicht für ihre Arbeit einen Preis ausmachen. Jeder andere konnte das, nur die Soldaten nicht.

Napoleon sagte einmal:

„Alle Männer lieben Ehrenzeichen. - Sie hungern regelrecht danach.“

Also, indem man das napoleonische System entwickelt hat - das Medaillengeschäft -, erkannte die Regierung, dass sie Soldaten für wenig Geld bekommen konnte, weil die Jungen die Dekoration liebten. Bis zum Bürgerkrieg gab es keine Medaillen. Es wurde dann die Ehrenmedaille erfunden. Das hat die Rekrutierung einfacher gemacht. Nach dem Bürgerkrieg wurden keine neuen Medaillen ausgegeben, erst im Spanisch-Amerikanischen Krieg.

Im Weltkrieg benutzten wir die Propaganda, damit die Jungen das Einziehen akzeptierten. Sie wurden gezwungen, sich zu schämen, sollten sie nicht ins Militär einziehen.

So übel war diese Kriegspropaganda, dass man sogar Gott mit einbezogen hat. Mit wenigen Ausnahmen haben unsere Geistlichen sich in dieses Gewühl eingefunden, um das Töten, Töten, Töten zu befürworten, das Töten der Deutschen. Gott ist auf unserer Seite. Es ist sein Wille, dass die Deutschen getötet werden.

In Deutschland riefen die guten Geistlichen die Deutschen auf, die Alliierten zu töten, um dem gleichen Gott zu dienen. Das war ein Teil der allgemeinen Propaganda, aufgebaut, um die Menschen kriegs- und tötungsbewusst zu machen. Schöne Ideale wurden gemalt für unser Jungen, die in den Krieg geschickt wurden um zu sterben.

Das sollte der Krieg sein, „um alle Kriege zu beenden", der Krieg, „um die Welt sicher zu machen für die Demokratie“. Niemand hat ihnen gesagt, dass ihr Gehen, ihre Beteiligung und ihr Sterben sehr großen Kriegsprofit bringt. Niemand hat ihnen gesagt, dass sie erschossen würden mit den Kugeln, die hier hergestellt worden sind. Niemand hat ihnen gesagt, dass die Schiffe, in welchen sie reisen, von in Amerika gebauten U-Booten angegriffen werden könnten. Sie waren nur darüber informiert, dass es ein tolles Abenteuer werden würde.

Deshalb, weil man ihnen den Hals vollgestopft hat mit Patriotismus, wurde beschlossen, sie auch für den Krieg bezahlen zu lassen. Also bekamen sie ein hohes Gehalt von $ 30 pro Monat.

Für diese Summe mussten sie ihre Lieben zu Hause lassen, ihre Stellen aufgeben, in schlammigen Schützengräben bleiben, Dosenfleisch essen (wenn erhältlich) und töten, töten, töten.

Aber warten Sie!

Die Hälfte dieses Gehaltes (nur etwas mehr als ein Hilfsarbeiter zu Hause in Munitionsfabriken verdient) wurde ihnen abgenommen, um ihre Angehörigen zu unterstützen, damit sie nicht der Allgemeinheit zur Last fielen. Dann mussten sie Unfallversicherung zahlen, etwa $ 6 im Monat. Übrig blieben ihnen weniger als $ 9.

Und das Schlimmste von allem war: Der Soldat zahlte eigentlich auch für seine eigene Munition, seine Kleidung und sein Essen, indem man ihn dazu brachte, Liberty-(Kriegs-)Anleihen zu kaufen. Die meisten der Soldaten bekamen überhaupt kein Geld am Zahltag. Wir brachten sie dazu, Liberty-(Kriegs-)Anleihen im Wert von $ 100 zu erwerben, und als sie aus dem Krieg zurück kamen und noch keine Arbeit hatten, hat man diese Anleihen zurückgekauft zu einem Wert von $ 84 und $ 86. Die Soldaten hatten für diese Aktien $ 2.000.000.000 ausgegeben. Ja, der Soldat zahlt den höchsten Anteil der Rechnung. Seine Familie zahlt ebenso. Sie zahlen mit dem gleichen Kummer im Herzen wie er auch. Er leidet, sie leiden. Nachts, als er im Schützengraben lag, lagen sie zu Hause in ihren Betten und konnten nur mit Unruhe schlafen: seine Mutter, seine Frau, seine Geschwister, seine Söhne, und seine Töchter. Als er nach Hause kam, nur mit einem Auge, einem Bein oder mit zerstörtem Geist, litten sie auch – so viel wie er. Und auch sie haben zu den Profiten des Munitions-Produzenten, des Bankers, des Schiffsbauers und des Spekulanten finanziell beigetragen. Sie haben auch Liberty-(Krieg-)Anleihen gekauft und nach Kriegsende, während der Wirren bei den Anleihen-Märkten, die Banker damit reich gemacht,. Und sogar jetzt: die Familien der verwundeten Männer oder der geistig Gebrochenen und auch derjenigen, die sich nie mehr wieder ins normale Leben eingefunden haben, leiden immer noch und zahlen.


Kapitel 4

Wie man dieses Verbrechen zerstören kann!

Ja, es ist wirklich ein Verbrechen. Wenige profitieren und die Vielen bezahlen. Aber es gibt eine Möglichkeit, das aufzuhalten. Man kann es nicht mit Abrüstung oder Besprechungen beenden. Man kann es auch nicht beenden mit Friedensgesprächen in Genf. Gut meinende, aber unpraktische Gruppen können es nicht mit Beschlüssen auslöschen. Es kann nur endgültig wirksam beendet werden, indem man im Krieg das Gewinnprinzip heraus nimmt.

Die einzige Möglichkeit, dieses Verbrechen zu zerstören, ist das Einbeziehen von Kapital, Industrie und Arbeit, bevor die Männer der Nation eingezogen werden können. Einen Monat bevor die Regierung die jungen Männer rekrutieren kann, muss sie zunächst Kapital, Industrie und Arbeit einbeziehen. Lasst doch die Offiziere, Direktoren und hohen Exekutive von unseren Rüstungsfabrikanten, Schiffs- und Flugzeugbauern und von allen anderen Sachen die Profit erzeugen, in Kriegszeiten wie auch die Banker und Spekulanten, einberufen, um mit $ 30 im Monat das gleiche zu erhalten, was die jungen Männer in Schützengräben bekommen.

Lassen wir all diese Könige, Magnaten und Geschäftsleute, all die Arbeiter in der Industrie und die Senatoren und Gouverneure und Majore die Hälfte der monatlichen $ 30 Lohn an die Familien und Kriegs-Risikoversicherungen zahlen und Liberty-(Kriegs-)Anleihen kaufen.

Warum auch nicht?

Die gehen nicht das Risiko ein, getötet zu werden, ihren Körper zu zerstören oder ihren Geist kaputt zu machen. Sie müssen nicht in schmutzigen Schützengräben liegen. Sie müssen nicht Hunger leiden. Die Soldaten aber schon!

Geben Sie dem Kapital, dem Unternehmertum und der Industrie sowie der Arbeiterschaft 30 Tage Zeit, das zu überdenken, und Sie werden feststellen, dass es nach dieser Zeitspanne keinen Krieg mehr geben wird. Das wird das Kriegsverbrechen zerstören – und nichts anderes.

Vielleicht bin ich zu optimistisch. Das Kapital hat immer noch das Sagen. Also, das Kapital wird die Entnahme des Profits aus dem Krieg nicht zulassen, bis die Menschen, die das Leiden durchstehen und immer noch den Preis bezahlen, sich überlegen, dass sie die Leute wählen, die nach ihren Vorstellungen handeln und nicht nach dem Willen der Profitmacher.

Ein weiterer Schritt, der notwendig ist, um dieses Kriegsverbrechen zu beenden, ist das begrenzte Referendum um festzustellen, ob ein Krieg erklärt wird. Eine Volksabstimmung, jedoch nicht von allen Wählern, sondern nur von den Menschen, die aufgerufen sind, das Kämpfen und Sterben zu erleiden. Es würde keine großen Sinn machen, einen 76-jährigen Präsidenten einer Munitionsfabrik oder einen plattfüßigen Kopf einer internationalen Bank oder den schieläugigen Leiter einer Uniformfabrik – alle, die einen enormen Gewinn im Falle eines Krieges erzielen wollen, zur Wahl aufzurufen, ob die Nation in einen Krieg soll oder nicht. Sie würden nicht aufgerufen, ein Gewehr zu schultern, im Schützengraben zu schlafen und erschossen zu werden. Nur diejenigen, die ihr Leben für den Krieg und für das Land riskieren, sollten das Privileg haben zu wählen, um festzustellen, ob die Nation den Krieg will.

Es gibt einen großzügigen Präzedenzfall, um das Wählen nur auf diejenigen, welche die Auswirkungen des Krieges erleiden, zu begrenzen. Die meisten Staaten haben Einschränkungen bezüglich der Menschen, denen erlaubt ist zu wählen. Für die meisten ist es notwendig, lesen und schreiben zu können, ehe sie wählen. In manchen Fällen muss man Eigentum besitzen. Es wäre eine einfache Sache, wenn jedes Jahr die Männer, die ins Militäralter kommen, sich bei ihrer Gemeinde registrieren ließen, wie sie es während des Weltkrieges getan haben und sich gesundheitlich untersuchen lassen würden. Dann wären diejenigen, die bestehen und im Falle eines Krieges Munition nehmen, qualifiziert, in einer begrenzten Volksabstimmung zu wählen. Sie sollten diejenigen sein, die in der Lage sind zu entscheiden, und nicht eine Minderheit des Kongresses, dessen Mitglieder die Altersgrenze erreicht haben, und noch eine geringe Zahl von Leuten, die physisch fähig sind, ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Nur diejenigen, die leiden müssen, sollen das Recht haben, zu wählen.

Ein dritter Schritt in Richtung Eliminierung von Kriegsverbrechen ist die Absicherung, dass das Militär ausschließlich zur Verteidigung da ist.

In jeder Session des Kongresses stellt sich die Frage nach weiteren Marine-Eignungen. Die Drehstuhl-Admirale Washingtons (und es gibt viele von ihnen) sind sehr geschickte Lobbyisten. Und sie sind klug. Sie scheuen kein „Wir brauchen sehr viele Kampfschiffe, um diese oder jene Nation zu bekriegen“. O nein, sie geben zuerst bekannt, dass Amerika von einer großen Marine-Übermacht bedroht wird. Fast jeden Tag sagen diese Admirale, dass eine große Flotte dieser angeblichen feindlichen Macht plötzlich angreifen und 125.000.000 Menschen vernichten wird. Nur mal so. Dann schreien sie für eine größere Marine. Wofür? Um die Feinde zu bekämpfen? O nein, nur für Verteidigungszwecke.

Dann – ganz zufällig – rufen sie auf zu Manövern in den Pazifik. Zur Verteidigung? Uh, Huh.

Der Pazifik ist groß. Wir haben eine ungewöhnlich große Pazifik-Küste. Werden die Manöver 200 oder 300 Meilen vor der Pazifik-Küste abgehalten? O nein. Die Manöver werden 2.000, wahrscheinlich sogar 3.500 Meilen vor der Küste stattfinden.

Die Japaner, ein stolzes Volk, werden sehr glücklich sein, die US-Flotte so nah an Nippons Ufer zu sehen, fast genauso glücklich wie die Einwohner Kaliforniens, würden sie ganz vage durch die Morgennebel die japanische Flotte bei ihrem Kriegsspiel nah an Los Angeles beobachten.

Die Schiffe unserer Marine, wie man sieht, sollten durch ein spezielles Gesetz eingeschränkt werden, so dass sie nur innerhalb von 200 Meilen vor unserer Küstenlinie bleiben müssen. Wäre das Gesetz 1898 verabschiedet worden, hätte sich die Marine nie Havannas Hafen genähert. Er wäre nie zerstört worden. Es wäre kein Krieg mit Spanien entstanden, der viele Menschenverluste forderte. 200 Meilen reichen nach Expertenmeinungen für Verteidigungszwecke aus. Unsere Nation kann nicht einen offensiven Krieg anfangen, wenn ihre Schiffe nicht weiter als 200 Meilen vor der Küste fahren. Flugzeuge dürfen 500 Meilen vor der Küste Erkundungsflüge durchführen. Und die Armee sollte nie die Grenzen des Territoriums unserer Nation überschreiten.

Zusammenfassung:
Drei Schritte müssen unternommen werden um das Verbrechen Krieg zu zerstören 

  1. Wir müssen die Profite aus dem Krieg heraus nehmen.

  2. Wir müssen die Jugendlichen des Landes, die zu Waffen greifen würden, erlauben selbst zu entscheiden, ob ein Krieg stattfindet.

  3. Wir müssen unser Militär auf ausschließliche Heimatverteidigung begrenzen.

 


Kapitel 5

Zur Hölle mit dem Krieg!

Ich bin nicht so dumm zu glauben, dass Krieg ein Ding der Vergangenheit ist. Ich weiß, dass die Menschen keinen Krieg haben wollen. Aber es ist zwecklos zu behaupten, dass wir nicht zu einem neuen Krieg gezwungen werden.

Zurückblickend - Woodrow Wilson wurde wiedergewählter Präsident in 1916 mit dem Wahlprogramm, dass er „uns aus dem Krieg gehalten hat“ und das feste Versprechen gab, dass er „uns aus dem Krieg halten würde“. Und doch – fünf Monate später war er mit dem Kongress einverstanden, Deutschland den Krieg zu erklären.

In diesem Fünf-Monats-Intervall wurden die Menschen nicht gefragt, ob sie es sich anders überlegt hatten. Die 4.000.000 jungen Männer, die Uniformen angelegt hatten und marschierten oder mit dem Schiff weg fuhren, wurden nicht gefragt, ob sie weg wollten um zu leiden und zu sterben.

Aus welchem Grund hat es sich unsere Regierung anders überlegt?

Geld?

Eine Alliierten-Kommission – man erinnere sich – ist kurz vor Kriegserklärung hierher gekommen und besuchte den Präsidenten. Der Präsident rief eine Gruppe Berater zusammen. Der Leiter der Kommission sprach. Von seiner diplomatischen Sprache entzogen, erzählte er dem Präsidenten und seiner Gruppe:

„Es hat keinen Zweck, dass wir uns weiter täuschen. Die gerechte Sache der Alliierten ist verloren. Wir schulden ihnen (Banker, amerikanische Munitionsfabriken, Fabrikanten, Spekulanten, Exporteure) jetzt fünf oder sechs Milliarden Dollars.

Wenn wir verlieren – und ohne die Hilfe der Vereinten Nationen müssen wir verlieren – können wir, England, Frankreich und Italien diese Summe nicht zurückzahlen, und Deutschland wird es nicht zurückzahlen.

Also …“

Wäre das Geheimnis bezüglich der Kriegsgespräche verletzt worden oder hätte die Presse eine Einladung erhalten, um an den Gesprächen teilzunehmen - den Rundfunk*) gab es noch nicht, um den Ablauf zu senden – hätte Amerika nie am Weltkrieg teilgenommen. Aber die Gespräche in dieser Runde - wie alle Kriegsdiskussionen – waren streng geheim. Als unsere Jungen in den Krieg geschickt wurden, erzählte man ihnen, dass es ein Krieg sei, „um die Welt für die Demokratie zu sichern“ und „um alle Kriege zu beenden“.

Nun, achtzehn Jahre später hatte die Welt weniger Demokratie als zuvor. Nebenbei – was geht es uns an, ob Russland oder Deutschland oder England oder Frankreich oder Italien oder Österreich in Demokratien oder unter Monarchien leben? Ob sie Faschisten oder Kommunisten sind? Unser Problem ist es, unsere eigene Demokratie zu bewahren.

Und überhaupt ist sehr wenig erreicht worden um zu versichern, dass der Weltkrieg wirklich der Krieg war, um alle Kriege zu beenden.

Ja, wir haben Abrüstungskonferenzen und Rüstungsabbau. Das bedeutet gar nichts. Eines hat gerade versagt, die Ergebnisse des anderen wurden annulliert. Wir senden unsere professionellen Soldaten und Politiker und unsere Diplomaten zu diesen Konferenzen. Was passiert?

Die professionellen Soldaten wollen nicht abrüsten. Kein Admiral will ohne Schiff sein und kein General ohne Befehl. Beides bedeutet: Männer ohne Beruf. Sie sind nicht für Abrüstung und auch nicht für Rüstungsabbau. Und bei all diesen Konferenzen lauern im Hintergrund sehr mächtig die unheimlichen Agenten derjenigen, die vom Krieg profitieren. Sie versichern, dass diese Konferenzen nicht abrüsten und nicht ernsthaft Rüstungsabbau wollen.

Es gibt nur eine Möglichkeit abzurüsten mit Aussicht auf praktische Ausführbarkeit, das ist, dass alle Nationen zusammenkommen, um alle Schiffe, alle Gewehre, alle Panzer, alle Kriegsflugzeuge zu verschrotten. Auch das, wenn es überhaupt möglich wäre, würde nicht ausreichen.

Der nächste Krieg, so behaupten Experten, wird nicht mit Kriegsschiffen, nicht mit Artillerie, nicht mit Gewehren und nicht mit Maschinengewehren ausgeführt werden. Es wird mit tödlichen Chemikalien und mit Gas gekämpft.

Insgeheim studieren und perfektionieren die Menschen neue und schreckliche Mittel, um Feinde zu zerstören. Es werden immer weiter Schiffe gebaut werden, weil die Schiffsbauer ihre Gewinne haben wollen. Auch Schusswaffen werden hergestellt und Pulver, denn die Munitionsfabriken wollen ihren Profit erzielen. Die Soldaten müssen Uniformen tragen, und die Hersteller müssen ihren Gewinn erhalten.

Über Sieg oder Niederlage wird von den Fähigkeiten und dem Einfallsreichtum unserer Wissenschaftler entschieden.

Wenn wir sie arbeiten lassen, um Giftgas und immer mehr grässliche oder mechanische und explosive Werkzeuge der Zerstörung herzustellen, werden sie keine Zeit mehr haben für die konstruktiven Ziele: größerer Wohlstand für alle Menschen. Wenn wir ihnen nützliche Aufgabe erteilen, können wir mehr Geld mit Frieden machen als mit Krieg, sogar mehr als die Munitionshersteller.

Also sage ich:

Zur Hölle mit dem Krieg!


*) es gab erste Versuche während des Ersten Weltkrieges. (Anmerkung der Übersetzerin)

aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt von Anne Diener