Palästina-Israel

Israel: Kriegsdienstverweigerinnen seit mehr als 100 Tagen in Haft

von Connection e.V.

Tamar Alon und Tamar Ze’evi bereits das 6. Mal verurteilt

Am 6. März 2017 wurden in Israel drei Kriegsdienstverweigerinnen erneut zu mehrwöchigen Haftstrafen verurteilt. Tamar Alon und Tamar Ze’evi sind damit bereits zum sechsten Mal verurteilt worden, Atalya Abba Ben zum zweiten Mal. Connection e.V. protestierte heute bei der israelischen Regierung gegen die Verurteilungen, forderte ihre unverzügliche Freilassung und die Anerkennung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung.

Die 18-jährige Tamar Alon hatte am 16. November 2016 ihre Kriegsdienstverweigerung vor dem Rekrutierungsbüro in Tel Hashomer erklärt. Seitdem wurde sie insgesamt sechs Mal verurteilt, zuletzt zu 30 Tagen Haft.

Israel:
Erneut zwei Kriegsdienstverweigerinnen in Haft

Tair Kaminer zum sechsten Mal, Omri Baranes zum dritten Mal verurteilt

von Connection e.V.

Gestern wurde die israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer bereits zum sechsten Mal zu einer Haftstrafe verurteilt. Seit Januar 2016 summiert sich somit ihre Haftstrafe auf insgesamt 170 Tage. Bereits vergangenen Donnerstag war die Kriegsdienstverweigerin Omri Baranes zu einer dritten Haftstrafe verurteilt worden, womit sich ihre Haft auf 67 Tage summiert. Connection e.V. protestierte heute bei der israelischen Regierung und der israelischen Botschaft in Berlin gegen die Verletzung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung und forderte die unverzügliche Freilassung der beiden Kriegsdienstverweigerinnen.

Nach Kerry-Initiative und Gaza-Krieg: Eskalation oder Deeskalation im Nahen Osten?

von Clemens Ronnefeldt

Während der Abfassung dieses Artikels steht der Nahostkonflikt wieder einmal an einem Scheidepunkt: Nach der mehrfachen Erstürmung des Tempelbergs samt Eindringens in die Al Aksa-Moschee durch die israelische Armee (IDF), dem Attentat auf den Rabbiner Jehuda Glick durch ein Mitglied des islamischen Dschihad, Brandanschlägen auf Synagogen und Moscheen, etlichen Toten auf palästinensischer Seite im Westjordanland und im Gazastreifen durch IDF-Angehörige und Anschlägen mit Autos und Messern auf jüdische Zivilisten in Jerusalem durch Palästinenser droht die Gewalt im Nahost-Konflikt zu eskalieren. Das rechte Parteibündnis in der Knesset arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Juden den ungehinderten Zugang zum Tempelberg erlauben soll. Hamas und Fatah riefen dazu auf, dies mit allen Mitteln zu verhindern.

Für ein Ende der Besatzung und für einen gerechten Frieden (KoPI)

Aus Gründen der Ausgewogenheit lassen wir auch den Botschafter des Staates Israel selbst zu Wort kommen. „Audiatur et altera pars“ ist ein Grundsatz aus dem römischen Recht: Man höre auch die andere Seite.

Die Hamas hat die momentanen Bodenoffensive der israelischen Armee mit provoziert, da sie nicht aufhört ihre Kassam-Raketen auf Israel abzuschießen. Hierzu ein Interview des israelischen Botschafters Yakov Hadas-Handelsmann, der sich besorgt über die antisemitischen Parolen äußert.

Jürgen Todenhöfer kritische Stellungnahme zum Gaza-Krieg

Jürgen Todenhöfer, ein unabhängiger Journalist und Publizist, der vor kurzem selbst vor Ort in Gaza und Israel war, berichtet über die maßlose Eskalation im Nahost-Konflikt. Die israelische Regierung betraft das ganze palästinensische Volk mit ungeheurer Waffengewalt, indem sie hunderte Häusern und die Infrastruktur des Gaza zerstört. Sie behauptet aber, dass sie nur gegen die Hamas-Terroristen kämpft, weil sie den Abschuss der zumeist ineffektiven Kasam-Raketen verhindern will.

Mit der Aussage „Gaza ist die Hölle auf Erden“ und  „Wenn ich über Gaza nachdenke, blutet mir das Herz. Die Welt aber nimmt fast alles widerspruchslos hin. Sie lässt zu, dass die Wahrheit über diesen Krieg in fast grotesker Weise auf den Kopf gestellt wird. Auch das ist eine Schande.“ drückt Jürgen Todenhöfer die brutale Realität in Gaza und seine eigene Betroffenheit aus.

Gaza, Israel und die Rolle der Medien

von David Goeßmann

Rund 250 Palästinenser sind laut UN und palästinensischen Angaben im Gazastreifen durch die Attacken des israelischen Militärs getötet worden. Man geht von rund 80 Prozent Zivilisten aus, darunter über 50 Kinder. Zehntausende Gaza-Bewohner sind aus ihren Häusern geflohen, Hundert wurden verletzt. Durch die Kassam-Raketen der Hamas auf Israel ist bisher ein israelischer Zivilist und ein Soldat getötet worden, rund ein Dutzend wurde verletzt. Nun hat Israel eine Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen. Wie ist es dazu gekommen? Wer ist schuld an der erneuten Eskalation?

Zweistaatenlösung = Bürgerkrieg in Israel?

von Uri Avnery - und einem anschließenden Kommentar von Frans Valenta

Es Ist jetzt Mode zu sagen: "Die Zweistaatenlösung ist tot". Oder: "Die Zeit für die Zweistaatenlösung läuft ab."

Warum tot? Wie tot? Das gehört zu den Dingen, die man nicht zu beweisen braucht. Es genügt, wenn man sie sagt.

Wenn man die vorgeblich um die Zweistaatenlösung Trauernden bedrängt, nennen sie einen Grund: Es gibt eben zu viele Siedler in der Westbank und in Ost-Jerusalem. Man kann sie nicht entfernen. Das ist unmöglich.

Wirklich?