Noch nie war die Welt so friedlich wie heute, die Statistik der Kriege zeigt seltsame Daten!

von Dirk A. Hiller

Klingt schräg, nicht? Auch wenn nicht alle Verbesserungen Richtung Frieden Ergebnisse der Friedensbewegung sind, die, wie Wenige wissen, genauso alt wie die Kriege selber ist, so hat sie doch einen großen Anteil daran. Denn oft reicht schon, dass Wächter/innen des Friedens als Beobachter vorhanden sind, um Schlimmes zu verhindern. Klar ist, jedes Leid, jeder Tote ist einer zu viel, doch wenn man die Anzahl der Menschen und Kriegstoten vergleicht, so werden, gerechnet von unseren Vorfahren den Jäger- und Sammler-Kulturen vor etwa 15.000 Jahren, bis heute, einer schräg gemischten recht globalen Zivilisation von Steinzeitkriegern mit Äxten und Maschinengewehren wie auch von studierten perversen IT-Spezialisten mit Joystick-Mord-Waffen, überraschend friedlichen Ergebnissen präsentiert.

Wenn auch nicht sofort sichtbar, nimmt die Gewalt deutlich und ständig ab. Nicht nur die organisierte Kriegsgewalt, sondern auch die Alltags-Gewalt zwischen den Menschen. Mord, Totschlag, Amok und Attentate – alle Arten des Leidens, die Menschen sich ausdachten, sind auf breiter Front und in großer Anzahl der Länder und Regionen auf dem Rückzug. So verrückt es klingt, bei all der Gewalt, die uns die Medien täglich in HD und wenn möglich in 3D präsentieren, belegen dies die nüchternen Zahlen der Statistik. Obwohl die Weltbevölkerung in den letzten Jahrzehnten massiv Anstieg, ist die Anzahl der Kriegsopfer enorm zurückgegangen.

All das heißt nicht, dass jemals völliger Frieden herrschen wird. Friedensarbeit ist wichtiger denn je! Es zeigt nur eine Änderung der Richtung, die sich im Abnehmen der Gewalt trotz allem ausdrückt. Wir werden Zeuge eines systembedingten Prozesses in der Entwicklung der Menschheit.

Frieden wird sozusagen zum Vorteil-Spiel der Evolution und Kriege haben in diesem Spiel die dauerhaft schlechteren Karten. Auch wenn man z.B. durch Waffenverkäufe, möglichst an beide Seiten, immer noch viel Geld verdienen kann, ist ein friedlicher Handel (ein Traum, wenn dieser auch noch fair geführt würde) oft viel einträglicher. Die Atombombe als Waffe macht auch keinen Sinn, denn sie beschert nur totale Vernichtung ohne jede Triumph- oder Gewinn-Aspekte. Auf eine kranke Weise sieht es so aus, als würden sogar die noch kommenden Gewaltausbrüche den Frieden mittelfristig eher stabilisieren, der sich langsam, mit schrecklichen Rückschlägen, aber unaufhaltsam weiter entwickelt. Eine weitere Tatsache ist, dass staatliche Kriegsführung ein enorm hohes Maß an Organisation benötigt. Man braucht große Mengen von jungen, ungebildeten Männern oder auch Frauen, die sich motivieren lassen (notfalls durch Geld und/oder durch eine angespannte soziale Lage), ihr Leben zu opfern. Zudem braucht es sehr teure Waffen-Technologie. Es wird es immer schwieriger, dies alles über einen längeren Zeitraum bereit zu stellen, denn letztendlich müssen Staaten in der Welt des Kapitalismus auch Gewinne erwirtschaften, sonst droht der Kollaps. Zudem wird es schwieriger, einen Krieg klar zu gewinnen, wenn man keine einfachen Gelände-Vorteile erringen kann. Siehe Irak, Afghanistan, Vietnam, Korea und in der Ost-Ukraine.

Selbst Amerika mit seinen gigantischen Militär-Moloch kann heute keine erfolgreichen Kriege mehr gegen asymmetrische Gegner führen. Makaber aber wahr, viele Millionen Euro teure Bomben, um ein paar Menschen zu töten, ist kein lohnendes Geschäft. Auch ist die Diplomatie heute viel weiter als in früheren Zeiten, in der die Führer oft ohne nachzudenken und ohne Gegenwehr des Volkes in einen Krieg "gestolpert" sind. Das immer größer werdende Heer der Diplomaten, u.a. von UNO, UNESCO und auch EU, kämpft mit Worten, teils auch mit wirtschaftlichen Sanktionen* und versucht so die Balancen zu halten und die schlimmsten Eskalationen zu dämpfen. (*So kosten z.B. Russland die Sanktionen für seinen Stellungskrieg in der Ost-Ukraine und die Annexion der Krim jährlich über 30 Milliarden € plus Waffenkosten, zusätzlich zogen Investoren etwa 100 Milliarden Euro ab.) Auch wird es heute immer schwieriger, Gewaltprozesse, mörderische Selektionen oder Land- bzw. Machtgewinne ungestört durchzuziehen. Immer mehr Beobachter mit Fotos und Filmchen werfen immer mehr Sand und gar Steine ins Getriebe der Konflikte. Zudem wächst die Zahl der gewaltigen, globalen Herausforderungen, angefangen von der weltweiten Erwärmung über anstehende Erdbeben und Vulkan Ausbrüche, bis hin zu kaum einzudämmenden Seuchen.

Die Friedensforschung zeigt deutlich, einer der Gründe für die letzten Kriege bzw. Bürgerkriege ist u.a. das Vorhandensein einer großen Anzahl junger, frustrierter, oft zorniger, meist arbeitsloser Männer zwischen 15 und 30, die aus großen Familien mit vielen Kindern stammen und um Anerkennung kämpfen. In Familienclans in denen es früher hohe Geburtenraten gab existierte ein großes Potenzial an, “überflüssigen” Männern, die sich leicht in eine perverse Kriegskultur einspannen ließen. Laut Fachleuten betraf dies die letzten Jahre vor allem die afrikanischen und arabischen Regionen. Doch auch in diesen Ländern gehen die Geburtenraten seit zwei Jahrzehnten rapide zurück. So haben beispielsweise Iran und Saudi Arabien heute eine Geburtenrate von ca. 1,8 Kindern, das ist kaum höher als in Deutschland, in Tunesien 1,9 – Tendenz weiter fallend. In einer Generation, so die Einschätzungen, werden in dieser Region ebenfalls die Kleinfamilienstrukturen dominieren. Ein oder zwei Söhne oder Töchter lässt man nicht so einfach in einen Krieg ziehen.

Leider versuchen machtgeile Religionsführer aller Couleur durch dumme, angebliche zu erfüllenden religiöse Pflichten (egal ob Bibel, Koran, Talmud u.a. mit vermehrt Euch, macht Euch die Welt Untertan) negativen Einfluss auf diese positive Entwicklung zu nehmen. Weiter südlich besteht durch noch hohe Geburtenraten daher ein weit größeres Risiko für Kriege. Wir kennen dies, aus unserer eigenen Geschichte, in einem Deutschland mit hohen Geburtenraten (mit späterer Arbeitslosigkeit) rund 20 Jahre vor den beiden Weltkriegen. Das Ergebnis: Züge voll testosterongetriebene jungen Männern, die durch Manipulation auf-geputscht Hirnlos in den Krieg ziehen. In diesem Sinne: Weniger Kinder besser ausgebildet, ist mehr, verbraucht auch nicht so viele Ressourcen und zieht auch nicht so schnell in den Krieg.

siehe auch: http://visionofhumanity.org/app/uploads/2017/10/Positive-Peace-Report-2017.pdf