Drucken

Hirohima Gedenktag in Bonn 2016 -
Rede von Christa Pfeiffer für die DFG-VK, Gruppe Bonn-Rhein-Sieg

Mehrmals habe ich an dieser Stelle Grußbotschaften des japanischen Hibakusha-Verbandes verlesen, die mir immer von Professor Sarturo Konishi, der selbst auch ein Überlebender war, übersandt worden sind. Ich hatte den Germanistikprofessor 1995 persönlich kennengelernt, als ich für ihn und seine Gruppe eine Reise durch Deutschland auf den Spuren Goethes organisiert habe. 2000 war er dann nochmals mit zwei weiteren Überlebenden, den Herren Taniguchi und Yokoyana in Bonn. Sie wurden damals vom Oberbürgermeister empfangen und wir hatten auch eine Veranstaltung mit ihnen im Gewerkschaftshaus. Sie und andere Überlebende sind immer wieder, trotz Beschwerden in alle Welt gereist, um überall über ihre Krankheiten zu sprechen, die sie durch den Atombombenabwurf erlitten hatten. Einer von ihnen, sagte seinerzeit, dass er nicht eher sterben könnte, bevor die Bombe abgeschafft sein würde. Nun ist er und auch Professor Konishi gestorben und die Atombomben gibt es immer noch.

Anstatt sie abzuschaffen sollen sie sogar noch erneuert und verbessert werden. Als wenn das Geld, das dafür verwendet wird, nicht dringend woanders gebraucht würde. Die anderen Bomben und Waffen, die es gibt und ständig eingesetzt werden, sind ja schon  schlimm genug. Man sollte meinen, es bedarf der Atombombe nicht, die, wie wir wissen und erfahren haben, die anderen noch bei weitem übertrifft. Es scheint als hätten alle Proteste der Überlebenden und unsere gegen die Atombomben nichts gebracht und allmählich sterben die Zeitzeugen aus.

Da ich vom Alter her zu Ihnen gehöre und bald auch nicht mehr an den Protesten teilnehmen kann, bitte ich Euch, die Jüngeren, den Kampf auch für uns fortzusetzen. Denn wenn Ihr auch verstummt, gibt es niemanden mehr, der gegen die schreckliche Bombe ankämpft. Der Kampf dagegen muss also unbedingt weitergehen, aber ich bin sicher, dass Ihr nicht aufhören werdet. Wenn sie die Bombe erneuern wollen, müsst Ihr, bzw. wir auch den Kampf um die Abschaffung aller Atombomben verstärken.

Vor nunmehr fast 9 Jahren habe ich am offenen Grab einem anderen Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit versprochen, dass der Kampf weitergeht. Und ich bitte Euch, helft mir, dass ich dieses Versprechen einhalten und auch jetzt wieder sagen kann. Rudi Bock, der Kampf geht weiter. Das war übrigens immer unser Gruß, wenn wir uns getroffen haben.


Christa Pfeiffer, 06.08.2016, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegerInnen, Gruppe Bonn-Rhein-Sieg

Kategorie: Meinungen